• Die amtierenden Staatsmeister Simon Wagner und Beifahrerin Hanna Ostlender sichern sich im Hyundai i20N Rally2 Step2 zum fünften Mal in Folge den Sieg bei der Rebenland Rallye 2026
• Trotz Schmerzen und Herzschlagfinale holt sich das Team um Simon Wagner den hart erkämpften Sieg
Bei der Rebenland Rallye hat Simon Wagner einen Sieg gefeiert, der weit mehr war als ein Eintrag in der Ergebnisliste. Es ist eine Geschichte von Durchhaltevermögen, Präzision und Nervenstärke. Nach einer größeren Operation ging Wagner körperlich angeschlagen an den Start. Mit Schmerzen, die im Rallyeauto bei jeder Bremszone und jedem Sprung spürbar wurden. Doch statt Ausreden lieferte er eine Leistung ab, die vom ersten Meter an von Konzentration und bemerkenswerter mentaler Stärke geprägt war.
Die Rebenland Rallye zeigte sich als das, wofür sie bekannt ist: eine Veranstaltung, die Rhythmuswechsel verlangt und Fehler kaum verzeiht. Schnelle Passagen, enge Abschnitte, wechselnde Grip-Verhältnisse und das typische „Auf-und-Ab“ der Strecke forderten nicht nur das Auto, sondern vor allem die Crew.
Im Team wurde akribisch gearbeitet: Im Service ein konzentrierter Ablauf, kurze, zielgerichtete Abstimmungen, Fokus auf das Wesentliche. Jede Sonderprüfung wurde wie ein eigenes kleines Projekt behandelt, von der Reifen- und Set-up-Entscheidung bis zur letzten Ansage im Cockpit.
Mindestens genauso prägend für dieses Rallye-Wochenende war die Vorstellung von Meisterschaftsverfolger Michael Lengauer. Er präsentierte sich in bestechender Form, setzte mit hohem Tempo Akzente und machte früh klar: Wer hier gewinnen will, muss bis zur letzten Prüfung liefern. Lengauer fuhr nicht nur schnell, er fuhr konstant schnell. Genau das erhöhte den Druck, weil es Wagner kaum Raum für Sicherheitsreserven ließ.
Die Entscheidung fiel, wie es sich für eine große Rallye gehört, ganz am Ende. Wagner musste dabei nicht nur fahrerisch liefern, sondern auch mit dem eigenen Körper arbeiten: Belastung, Schmerz und Konzentration in Einklang bringen, während das Tempo hoch blieb und die Strecke keine Pause erlaubte.
„Am Freitag habe ich wirklich zum ersten Mal seit 15 Jahren mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. Meine HNO-Operation vor gerade einmal 14 Tagen hat mir doch mehr zugesetzt, als ich geglaubt habe. Ich habe den ganzen Tag mit Blutungen in der Kieferhöhle und extremen Schmerzen gekämpft. Ich habe dann am Samstag in der Früh die Schmerzmittel weggelassen und über den Tag die Zähne zusammengebissen. Die sechs gefahrenen Bestzeiten unterstreichen, dass dies wohl die beste Entscheidung war.”
Simon Wagner, 5-facher österreichischer Rallye Staatsmeister
Bis zur vorletzten Wertungsprüfung führte Meisterschaftsverfolger Michael Lengauer mit knapp 24 Sekunden Vorsprung die Rallye an und galt fast schon als sicherer Sieger. Der ständig wechselnde Wetterbericht sorgte dann allerdings noch einmal für einen gnadenlosen Showdown.
„Auf dem 20 km langen Schlossberg-Rundkurs wusste ich: jetzt oder nie. Die Prüfung war wirklich schwierig, von staubtrocken bis zu heftigen Regenschauern war alles dabei. Da war klar: Jetzt müssen wir alles versuchen, um noch eine Chance auf den Sieg zu haben.“
Simon Wagner, 5-facher österreichischer Rallye Staatsmeister